Internationales Festival für Aktuelle Klangkunst in Trier
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OPENING 

18/17/16/15/14/13/12/11


OPENING 13   Internationales Festival für Aktuelle Klangkunst




Freitag 1. - Sonntag 3. Februar 2013 TUFA Kultur- & Kommunikationszentrum Trier 

"Das ist der Untergang des Abendlands" oder aber: "Hier wird Zukunft hörbar, den Menschen ins Herz treffend", so gegensätzlich lauten die Kommentare. Das Festival nimmt sich - im Sinne des zuletzt Zitierten - in seinem 13. Jahrgang einmal mehr vor, Zeitgenössische Musik nahe zu bringen. 20 sehr unterschiedliche Interpreten führen in 8 sehr unterschiedlichen Konzerten Werke auf, die aus dem Zeitraum der letzten 70 Jahre stammen. Etwa das 1941 in einem deutschen Kriegsgefangenenlager uraufgeführte "Quatuor pour la Fin du Temps" von Olivier Messiaen, "Three Voices" von Morton Feldman aus dem Jahr 1982 oder die 2012 uraufgeführten "Salome´ Extrakte" der Kölner Komponistin Christina C. Messner. Dass all diese "Neue Musik" auf Traditionen fußt, dass sie ihre Entwicklung immer auch sogenannter "Alter Musik" verdankt und ohne diese nicht verständlich wird, hat uns auch in diesem Jahr bewogen, beides einander gegenüberzustellen. So kommt das Klaviertrio Nr.25 von Joseph Haydn aus dem Jahr 1788/89 zu Gehör. Man kann schon fast von einer Tradition sprechen, wenn auch die fernöstliche Perspektive von Neuer Musik im Programm präsent ist, diesmal mit einem rein japanischen Konzert. Durch die Ausstellung OPEN-EXPO gewinnt das Festival wieder einmal seinen unverwechselbaren Charme, die Ausstellung Aktueller Klangkunst bildet gleichsam eine hörbare und sichtbare Klammer um das ganze Programm. OPENING13 kann wieder ein "ZeitRaum" der Begegnung mit Musik, Kunst und Menschen werden!


Eine Veranstaltung der TUFA und der Stadt Trier mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur Rheinland Pfalz sowie der Kulturstiftung Sparkasse Trier; in Kooperation mit der Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst Trier e.V.

Künstlerische Leitung: Bernd Bleffert / Thomas Rath





Programmübersicht:



Freitag | 1. Februar 2013 | 19:00 Uhr
Schlagquartett Köln
Schlagfertig mit Feinabstimmung

Freitag | 1. Februar 2013 | 20:30 Uhr
Morton Ferldman: Three Voices
Ein ornamentales Stimmgeflecht

Freitag | 1. Februar 2013 | 22:00 Uhr
Musik der Betriebssysteme
Improvisierte Musik mit Glühlampen, Stimme und erweitertem Saxophon



Samstag | 2. Februar 2013 | 18:00 Uhr
Olivier Messiaen: Quartett für das Ende der Zeit
Ein Meilenstein des 20.Jahrhunderts!

Samstag | 2.Februar 2013 | 19:30 Uhr
Christina C. Messner: Salomé-Extrakte
Inszeniertes Solo für eine Sängerin

Samstag | 2.Februar 2013 | 21:00 Uhr
Kunsu Shim+Gerhard Stäbler: "Moving Bodies"
PerformanceStücke



Sonntag | 3. Februar 2013 | 17:00Uhr
Musik für Koto und Klavier
Ein japanisches Konzert

Sonntag | 3. Februar 2013 | 18:00 Uhr
Positionen eines Trios
Das Abschlusskonzert



1.Febr. - 22. Febr. 2013
OPEN-EXPO
ausstellung internationaler klangkunst im 2. OG / TUFA-Trier
Helmut Lemke; Michael Vorfeld; Thomas Rath; Bernd Bleffert;
Kunsu Shim; Marcus Kaiser





Programm:


Freitag | 1. Februar 2013 | 19:00 Uhr

Schlagquartett Köln
Schlagfertig mit Feinabstimmung



Das 1989 gegründete Schlagquartett Köln, gilt in Kennerkreisen seit langem als Garant für überzeugende Aufführungen mit Feinabstimmung. Die Erschließung ungewöhnlicher Klangwelten wird von den Mitgliedern mit einer auch in dem Bereich der Zeitgenössischen Musik schwer zu findenden Hingabe und Professionalität betrieben.
Auge und Ohr staunen ob des enormen Aufgebots an klassischen und exotischen Instrumenten und es ist immer wieder überraschend, welche Metamorphose selbst banalste Alltagsgegenstände vollziehen, geraten sie in die Hände der vier Schlagzeuger Dirk Rothbrust, Achim Seyler, Thomas Meixner und Boris Müller.
Mit vier spannenden und sehr unterschiedlichen Stücken eröffnen sie das Festival: "this sky" von Kunsu Shim für 16 Trommeln und einen Flugzeugklang, ein neues Stück des Ensemblemitglieds Boris Müller "Schlagquartett Nr. 3, Hommage a John Cage - für Naturklänge", eines der ersten elektro-akustischen Werke der Musikgeschichte "Imaginary Landscape No 1" von J.Cage und "roses" von Gerhard Stäbler für Sopran (Irene Kurka) und Schlagquartett mit einer großen Anzahl japanischer und koreanischer Doppelfelltrommeln.





Freitag | 1. Februar 2013 | 20:30 Uhr

Morton Ferldman: Three Voices
Ein ornamentales Stimmgeflecht



Morton Feldmans Three Voices (aus dem Jahr 1982) ist ein in der Neuen Musik beispielloses, monumentales Vokalwerk. Ursprünglich konzipiert als abstrakte Komposition für Sopran und Zuspielband, formte Feldman es zu einem tiefreichenden, sinnlichen Erlebnis: dem unglaublichen Bann dieses 50 Minuten dauernden, 3-stimmigen ornamentalen Stimmengeflechts kann man sich unmöglich entziehen.
Zwei der drei Sopranstimmen in "Three Voices" repräsentieren verstorbene Künstlerkollegen, den Dichter Frank O'Hara und den Maler Philip Guston, die wiederum das übergreifende, umfassende Künstlertum Feldmans (die dritte Stimme), auch durch ihre enge Freundschaft, umreißen. Das Stück ist wie ein Dialog des noch Lebenden mit den toten Freunden, nicht aber als klagenden Abgesang, sondern als das schöpferische Umschreiten eines gemeinsamen künstlerischen Raumes in seiner prinzipiellen Unabgeschlossenheit nach vorne. Marianne Schuppe / Stimme ist weltweit eine der wenigen Vokalistinnen, die sich der Herausforderung gestellt haben, und ihre Version gilt nach der von Joan LaBarbara als die derzeit gefragteste. Ihre Aufführungen sind eigens für den jeweiligen Raum inszeniert.




Freitag | 1. Februar 2013 | 22:00 Uhr

Musik der Betriebssysteme
Improvisierte Musik mit Glühlampen, Stimme und erweitertem Saxophon



Seit langem arbeiten Jaap Blonk / Stimme, Dirk Marwedel / Erweitertes Saxophon und Michael Vorfeld / Glühlampen mit Vorliebe über Grenzen künstlerischer Disziplinen und Materialien hinweg. Sie holen musikalisch aus, um auf dem Gelände der Performance einzuschlagen, destillieren feine Klanggewebe aus einer Lichtinstallation, entfalten das musikalische Potential von Steinen und Alltagsgegenständen oder komprimieren Sprache zu einem explosiven Granulat der Phoneme. Ihre jeweiligen Instrumentarien und Spieltechniken sind so eigen und elaboriert, dass schon dem Auge einiges geboten wird. Für das Ohr fördern sie damit Klänge zutage, deren Schönheit allgegenwärtig und zutiefst verborgen zugleich ist. Gemeinsam betreiben sie hochkarätige musikalische Grundlagenforschung jenseits aller trockenen Theorie.






Samstag | 2. Februar 2013 | 18:00 Uhr

Olivier Messiaen: Quartett für das Ende der Zeit
Ein Meilenstein des 20.Jahrhunderts!



Zu den kammermusikalischen Meilensteinen des 20. Jahrhunderts zählt zweifellos Olivier Messiaens Quatour pour la Fin du Temps.
Die Uraufführung des kompletten Werkes fand im Kriegsgefangenenlager in Görlitz/ Schlesien am 15. Januar 1941 vor ca. 400 Kriegsgefangenen statt, der Komponist selbst übernahm den Klavierpart und erinnert sich:
"… sie fand in Görlitz, Schlesien, bei bitterer Kälte statt. Das Stalag war unter einer tiefen Schneedecke versunken. Wir waren 30.000 Gefangene (zumeist Franzosen, aber auch einige Polen und Belgier). Die vier Interpreten spielten auf kaputten Instrumenten: Das Violoncello von Etienne Pasquier hatte nur drei Saiten und die Tasten meines Pianinos blieben stecken. Unglaublich auch unser Gewand: Man hatte mich mit einer grünen, völlig zerissenen Jacke ausstaffiert, und ich trug Holzpantoffeln. Die Zuhörerschaft setzte sich aus allen sozialen Schichten zusammen: Priester, Ärzte, Kleinbürger, Berufssoldaten, Arbeiter und Bauern."
Es spielt das Quartett: PRAESENZ | infinitas mit Sabine Akiko Ahrendt / Violine, Richard Haynes / Klarinette, Jan-Filip Tupa / Violoncello und Reto Staub / Piano. Das erfrischende Ensemble wurde 2007 von führenden Interpreten der jüngeren Generation gegründet, um Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert aufzuführen.





Samstag | 2.Februar 2013 | 19:30 Uhr

Christina C. Messner: Salomé-Extrakte
Inszeniertes Solo für eine Sängerin



Am Anfang des Mythos Salomé stand eine Lücke in der Geschichte um den Tod von Johannes. Eine undefinierte Persönlichkeit, eine Tänzerin, ein Wesen noch rein und mondweiß wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Sie lädt förmlich dazu ein, diese weiße Fläche mit Farbe zu füllen. Eine Projektionsfläche, einen Spiegel für die eigenen Geheimnisse und Abgründe. Jeder darf in Salomé sehen, was in ihm selbst als geheimer Wunsch verborgen liegt. Doch in Salomés vordergründiger Nicht-Stärke liegt ihre Macht: Mit sieben Schleiern hütet sie das Unaussprechliche, das Innerste, das, was einen nicht loslässt. Salomé vereint in ihrer schillernden Figur die größten Gegensätze. Sie ist ambivalent, nicht fassbar - mal unschuldiges Mädchen, mal unerträgliche Mörderin. In dem so mühelos erscheinenden 50minütigen Gesang-Solo Irene Kurka´s (Sopran) werden die Facetten der Figur durch Textfragmente aus unterschiedlichen Quellen und durch eine bühneninszenierte Dimension (ISuna Göncu) präsent: Christina C. Messner hat eine ganz besondere Form, einer von Bewegung durchdrungenen Musik mit im wahrsten Sinne des Wortes "bewegten" Melodien, geschaffen.




Samstag | 2.Februar 2013 | 21:00 Uhr

Kunsu Shim+Gerhard Stäbler: "Moving Bodies"
PerformanceStücke



Körper sind Gefäße, haben für sich zunächst ein a-subjektives Volumen. In einem Abend vor allem mit Performances von Kunsu Shim und Gerhard Stäbler, aber auch von Alvin Lucier, George Brecht oder Nam June Paik versetzen sie Musiker und das Publikum selbst in Bewegung, bringen sie zum Klingen, verleihen ihnen Licht ... Die PerformanceOrte wechseln dabei, die Bühne wird zur Aktionsfläche, der Zuschauerraum zur Bühne, Spieler werden zu Hörenden, Zuhöhrende zu Spielern... Vor allem in der abschließenden Performance "Licht" von Kunsu Shim im Ausstellungsraum im zweiten Stock der Tufa gestalten Spieler und Publikum gemeinsam einen leuchtenden "Körper", der allmählich erlischt ...






Sonntag | 3. Februar 2013 | 17:00Uhr

Musik für Koto und Klavier
Ein japanisches Konzert



Die Koto-Meisterin Naoko Kikuchi und die Pianistin Yumi Kimachi spielen ein Konzert mit ausschließlich japanischer Musik: Einem vorangestellten traditionellen Stück für Koto Solo folgen Werke zeitgenössischer Komponisten für Klavier und Koto, wie "5 Haikus von Basho" (1978) von Jyoji Yuasa, "Resonance for Koto and Piano" (2002) von Yumiko Morita oder "Leeres Geschwätz" (2009) von Yukiko Watanabe. Die Koto, eine dreizehn- und mehrseitige Wölbbrettzither ist ein typisch japanisches, klassisches Instrument wie das Klavier ein westlich,europäisches ist. Die Begegnung dieser beiden Klangwelten durch die exzellenten Spielweisen der beiden Japanerinnen zeigt, dass ihr Unterschiede vielleicht doch nicht so groß sind wie wir gewöhnlich meinen. In dieser Neuen Musik liegt die Verbindung von Ost und West scheinbar auf der "Hand".



Sonntag | 3. Februar 2013 | 18:00 Uhr

Positionen eines Trios
Das Abschlusskonzert



Sabine Akiko Ahrendt (Violine), Jan-Filip Tupa (Cello) und Reto Staub (Klavier) zeigen im Abschlusskonzert des Festivals noch einmal sehr unterschiedliche musikalische Perspektiven: In den 1960er Jahren nahmen die amerikanischen Komponisten John Cage und Morton Feldman in den Studios der New Yorker Radiostation WBAI vier Konversationen mit offenem Ende auf. Der junge irische Komponist David Fennessy hat ein zwanzigminütiges Segment dieser "Radio Happenings" zur "elektronischen" Grundlage gemacht für eine instrumentale Komposition. Diesem aktuellen Werk setzt das Trio: PRÄSENZ I blanc ein Werk entgegen, das nicht gegensätzlicher sein könnte: das Klavier-Trio mit 3 Sätzen von Joseph Haydn Nr. 25 . Als dritte Position erscheinen, von Kunsu Shim für das Festival geschrieben, drei ganz kurze Stücke, jedes fast "nur" wie ein Klang......






1.Febr. - 22. Febr. 2013

OPEN-EXPO
ausstellung internationaler klangkunst im 2. OG / TUFA-Trier



Die im Rahmen des Openingfestivals13 stattfindende Ausstellung OPEN-EXPO zeigt Klangkunstarbeiten von:

Helmut Lemke; Michael Vorfeld; Thomas Rath; Bernd Bleffert; Kunsu Shim; Marcus Kaiser

"... vom kleinen wind für die kunst …" eine Klanginstallation der leisen Klänge des seit den 90ern in England lebenden Klangkünstlers /-forschers, Musikers und Performers Helmut Lemke lenkt die Aufmerksamkeit - neben dem Hinhören - auf die poetischen und humorigen Wahrnehmungspotenziale.

Der Berliner Lichtkünstler und Schlagzeuger Michael Vorfeld projeziert in seiner Arbeit "LICHTER KLANG" "Zeichnungen" aus Licht mit einer Spielanweisung für Perkussion.

In einer Installation aus Pendeln mit verschiedenen Zeitintervallen zeigt der Trierer Bernd Bleffert eine neue kinetische Klangarbeit: "drei mal vier und drei"

Thomas Rath führt seine vor Jahren begonnene Serie "Letter of Intent" in einer Raum- und Klangplastik mit dem Titel "Idee und Gedanke" fort.

Der koreanische Komponist Kunsu Shim hinterlässt in der Performance "Licht" mit Publikumsbeteiligung das "Relikt" einer Installation mit 3000 Kerzen.

Als Nachklang hat Marcus Kaiser in einer Videoarbeit seine letztjährige "Landschaft mit Königin" in einen neuen Aggregatzustand verwandelt.



marcus kaiser: landschaft mit königin condensed (video 39 minutes)




OPENING für Schüler:


Freitag | 1. Februar 2013 | 11:00 Uhr | Neue Musik für Schüler (Oberstufe)

Olivier Messiaen: Quartett für das Ende der Zeit
Ein Meilenstein des 20.Jahrhunderts

Ein einführendes Konzert in das Werk.

Das junge internationale Ensemble PRAESENZ | infinitas mit Sabine Akiko Ahrendt / Violine, Richard Haynes / Klarinette, Jan-Filip Tupa / Violoncello und Reto Staub / Piano wurde 2007 von führenden Interpreten der jüngeren Generation gegründet, um Werke aus dem 20. und 21. Jahrhundert aufzuführen.

Anmeldung erforderlich!
 





Weitere Details im Programmheft (pdf >>) OPENING 13

 



Künstler/VITAE


Bernd Bleffert: Schlagzeuger und Klangkünstler; 1955 in Altenahr geboren; lebt und arbeitet in Trier; entwickelt seit 1990 eigene Schlagwerke sowie damit verbundene neue Spieltechniken, Improvisationskonzepte und Kompositionen; Mitbegründer des Ensembles für experimentelle Musik: TONWERKE TRIER;  Konzerte als Solist und in verschiedenen Ensembles; Workshops für improvisierte Musik; Klangobjekte und raumbezogene Klanginstallationen.

Jaap Blonk  ist Komponist, Dichter, Klangpoet und Performer. Er studierte zunächst Physik, Mathematik und Musikwissenschaft, brach diese Ausbildung später jedoch ab. In den späten 70er Jahren begann er, Saxophon zu spielen und zu komponieren. Wenige Jahre später entdeckte er sein stimmliches Potential, zunächst beim Rezitieren von Gedichten, dann beim Improvisieren und bei der Aufführung eigener Vokalkompositionen. Fast zwanzig Jahre lang blieb die Stimme sein Hauptmittel beim Entdecken und Erforschen neuer Klänge. Um das Jahr 2000 begann Blonk auch Elektronik in seine Arbeit mit einzubeziehen. Neben Samples seiner Stimme verwendete er zunehmend dabei auch synthetisch erzeugte Klänge. 2006 zog er sich für ein Jahr von der Bühne zurück. In dieser Zeit erwachte sein Interesse für die Mathematik wieder und er begann mit der Erforschung der Möglichkeiten algorithmischer Komposition für die Schöpfung von Musik, visueller Animation und Poesie.
Auftritte führten Jaap Blonk durch Europa, die USA, Kanada, Indonesien, Japan, Südafrika und Lateinamerika. Neben seinen Soloperformances arbeitete er mit verschiedensten Musikern und Ensembles aus dem Bereich zeitgenössischer und improvisierter Musik wie u.a. Maja Ratkje, Mats Gustafsson, Nicolas Collins, Joan La Barbara, The Ex, dem Netherlands Wind Ensemble und der Ebony Band. Blonk brachte verschiedene Stücke der Komponistin Carola Bauckholt zur Uraufführung, darunter auch eines für Stimme und Orchester. 2002 schrieb er eine Auftragsarbeit für die Donaueschinger Musiktage. Mehrfach arbeitete er mit dem Bild-und-Computerkünstler Golan Levin. Zu Blonks Schaffen für Radio und Fernsehen gehören mehrere Auftragsarbeiten im Hörspielbereich. Von seinen Partituren stellt er großformatige Zeichnungen her, die er in Ausstellungen zeigt. Er war Gründer und Leiter der Bands Splinks (modern jazz, 1983-1999) und BRAAXTAAL (avant-rock, 1987-2005). Seine Musik ist auf bislang 15 CDs bei seinem eigenen CD-Label Kontrans erschienen, andere Aufnahmen finden sich bei Labels Staalplaat, Basta und VICTO.

John Cage wurde am 5. September 1912 in Los Angeles, Kalifornien, geboren und starb am 12. August 1992 in New York. Er studierte Geisteswissenschaften am Pomona College. Zu seinen Kompositionslehrern zählten Henry Cowell und Arnold Schönberg. Cage war gewähltes Mitglied der National Academy und des Institute of Arts and Letters der USA und wurde sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa mit zahllosen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. Er erhielt Kompositionsaufträge von den bedeutendsten Konzertveranstaltern der Welt und nahm bis zuletzt an vielen Veranstaltungen aktiv teil.Die stimulierende Wirkung, die Cages Werk auf die Musik und Kunst des 20. Jahrhunderts ausübte, und die Folgen seines Schaffens können kaum ermessen, geschweige denn kritisch beurteilt werden. Unbestritten ist, daß die Entwicklungen in der Musik unserer Zeit ohne Berücksichtigung seiner Musik und seiner Ideen nicht verstanden werden können. Die Erfindung des präparierten Klaviers und seine Arbeit mit Schlaginstrumenten führten ihn zur Entdeckung und Erforschung einzigartiger und faszinierender Möglichkeiten, die zeitliche Dimension von Musik zu strukturieren. Er ist allgemein anerkannt als Initiator und führende Figur auf dem Gebiet der indeterminierten Komposition mit Hilfe von Zufallsoperationen.

Morton Feldman wurde 1926 in New York geboren und starb ebenda 1987.  Er hat seine Identität durch den grundsätzlichen Unterschied zwischen seinen Ansichten die Kunst der Komposition betreffend und denen seiner Kollegen in Europa bestimmt. Er war stolz, Amerikaner zu sein, weil er überzeugt war, dass dies ihm eine in Europa unvorstellbare schöpferische Freiheit ermöglichte.  Seiner Affinität für die Welt Samuel Becketts verdankt die Musikgeschichte das einmalige Musiktheaterwerk Neither sowie zwei Stücke für Kammerensemble. Seine Freundschaft mit den New Yorker Malern des abstrakten Impressionismus hat eine Reihe von Kompositionen gezeitigt, darunter Rothko Chapel. Aber sogar die Kunst des Knüpfens orientalischer Teppiche hat ihn inspiriert (The Turfan Fragments). Feldman hat die Frage nach der niedrigen Dynamik seiner Werke folgendermaßen beantwortet:
" - Weil wenn es laut ist, kann man den Klang nicht hören. Man hört den Anschlag. Dann hört man den Ton nicht mehr, nur seinen Verfall. Und ich glaube, das ist was seinerzeit Boulez beeindruckt haben mochte: er hörte einen Ton, statt einen Anschlag, und der ist erschienen und verschwunden ohne Anschlag und Verfall, fast wie ein elektronisches Medium...."

David Fennessy wurde in Maynooth, Irland, geboren und begann seine Musiklaufbahn als Gitarrist in einer Schulrockband. Erst ab 15 Jahren erhielt er seine erste eigentliche Ausbildung, nämlich klassische Gitarre am DIT Konservatorium für Musik und Drama bei John Feeley. Kurz vor seinem Abschluss am Dublin College of Music zeigte er Interesse für das Kompositionsstudium, das er schließlich bei Eibhlis Farrell begann. 1998 ging Fennessy für ein Masterstudium unter James MacMillan an die Royal Scottish Academy nach Glasgow.   Seit 2005 unterrichtet Fennessy selbst Komposition an dieser Fakultät.
Die Werke von Fennessy wurden national und international von mehreren Klangkörpern aufgeführt: Royal Scottish National Orchestra, BBC Scottish Symphony Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Ensemble Modern, Hebrides Ensemble, London Sinfonietta, RTE National Symphony Orchestra und RTE Concert Orchestra.
Zu seinen aktuellen wichtigen Werken gehören BODIES, geschrieben für das RTE National Symphony Orchestra of Ireland und La Rejouissance - La Paix, in Auftrag gegeben vom Ensemble Modern zum 30-jährigen Jubiläum.
2006/2007 erhielt Fennessy von Ensemble Modern ein Stipendium für ein Studium an der ronommierten Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt. Ein Dewar Arts Award (Schottland) ermöglichte es ihm für 12 Monate in Deutschland zu leben und dort mehrere Werke in enger Zusammenarbeit mit Musikern der Akademie zu komponieren.
2000 und 2006 kam Fennessy jeweils in die engere Auswahl für den Gaudeamus Musikpreis in Amsterdam. 2004 war er Finalist des Philharmonia Kompositionspreises. Seine Musik wurde ausgewählt, um Irland auf dem Internationalen Rostrum of Composers (IRC) zu repräsentieren.
2010 erhielt er den angesehenen Paul Hamlyn Preis. Diese britische Auszeichnung, die seit drei Jahren eine wichtige Stütze bildet, zielt darauf ab, den Künstlern die Freiheit zu geben, ihre kreativen Ideen zu entwickeln und ihnen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung beizustehen. 2010/2011 war Fennessy Fellow an der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart.

Joseph Haydn (* 31. März oder 1. April 1732 in Rohrau, Niederösterreich; † 31. Mai 1809 in Wien) war ein Komponist und führender Vertreter der Wiener Klassik. Er war Bruder des Komponisten Michael Haydn und des Tenors Johann Evangelist Haydn.
Den größeren Teil seiner beruflichen Laufbahn verbrachte Haydn als Hofmusiker auf dem Landsitz der wohlhabenden ungarischen Familie Eszterházy, wo er deren Orchester und Oper leitete. Die Abgeschiedenheit von anderen Komponisten und musikalischen Strömungen beschrieb er mit dem bekannten Zitat: "Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden." 1797 komponierte Haydn für den habsburgischen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Franz II. das in der Erstausgabe "Volkslied" titulierte "Gott, erhalte Franz, den Kaiser!" auf die hierzu gedichteten Worte von Lorenz Leopold Haschka, welches bis zum Ende der Habsburgermonarchie 1918 als Hymne der Österreichischen Kaiser diente und auch danach noch in der Ersten Republik Anwendung fand. Im Jahre 1841 wurde es außerdem mit dem wiederum eigens hierzu geschaffenen Text des Liedes der Deutschen von August Heinrich Hoffmann aus Fallersleben unterlegt und dient heute mit dessen dritter Strophe als Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland.

Richard Haynes • geboren 1983 in Brisbane AU, ist bekannt als freischaffender Musiker in den Bereichen darstellende Musik und Improvisation durch verschiedene Projekte und Vorstellungen in Ozeanien, Asien, Nordamerika, und Zentral-, Ost-, West- und Nordeuropa. Haynes hat klassische Musik in Australien und in der Schweiz studiert, nun schreibt er seine Doktorarbeit (PhD) an dem Royal Melbourne Institute of Technology‘s Spatial Information Architecture Laboratory (SIAL).
Er spielte mit Ensembles und bei Podien wie Ensemble Modern, Salzburger Festspiele, MaerzMusik, Melbourne Festival, Klangforum Wien, Warszawska Jesie?, Budapesti Øszi Fesztivál, musikFabrik, Tage für Neue Musik Zürich, La Biennale di Venezia, Cikada Ensemble, ELISION Ensemble, Ultraschall, Sydney Festival, Huddersfield Contemporary Music Festival, Karnatic Lab Amsterdam, Brisbane Festival und Asia-Pacific Festival Wellington. Richard ist Mitglied des australischen ELISION Ensembles und des neuseeländischen 175 East, mit denen er in Norwegen, Polen, Deutschland, England, Australien und Neuseeland auftrat, Werke von Brian Ferneyhough, Liza Lim, Chris Dench und Dominik Karski aufnahm, und Zusammenarbeit mit Richard Barrett, James Gardner, Maurizio Pisati, Jeroen Speak und David Young durchführte.
Richard erhielt diverse Preise unter anderem «Symphony Australia Young Performer of the Year» (2003), den «Australian Classical Music Award for Best Performance of an Australian Composition» (2004), den Tschumi Musikpreis 2008 und den Erster Preis des 2009 Nicati Wettbewerbs für Interpretation zeitgenössischer Musik.

Marcus Kaiser wurde 1967 in Tübingen geboren. Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (Meisterschüler von Prof. Klaus Rinke) und Violoncellostudium (Diplom
und Konzertexamen) an der Robert-Schumann-Musikhochschule Düsseldorf.
Arbeit in der Komponistengruppe "wandelweiser". Seit 1997 Raum für interdisziplinäre Veranstaltungen "kaiserwellen".

Irene Kurka erhielt ihre Gesangsausbildung an der Musikhochschule München, an der Meadows School of the Arts, SMU, Dallas/U.S.A., und an der University of British Columbia, Vancouver/Kanada. Die vielseitige Sopranistin wurde mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Irene Kurka singt die Sopranpartien der großen barocken Oratorien und Passionen. Auch in der zeitgenössischen Musik ist sie eine gefragte Sängerin. Zahlreiche Komponisten (Eggert, Denhoff, Heucke, Kampe, Beuger u.a.) schreiben und widmen ihr Stücke, nicht zuletzt für CD- und Rundfunkaufnahmen. Mittlerweile hat sie über 100 Uraufführungen gesungen.  Seit 2009 beschäftigt sich Irene Kurka intensiv mit dem Repertoire für Stimme Solo (Nono, Berio, Cage, Lucier, Beuger, Bauckholt u.a.) 2012 wird sie in einer CD-Koproduktion mit dem Label Wandelweiser und dem bayerischen Rundfunk Lieder von Hildegard von Bingen und John Cage veröffentlichen. Sie singt mit den Ensembles e-mex, notabu, Kölner Vokalsolisten, Klangkonzepte, La Tenerezza, socell 21 und SOPRAKKORDEON. Irene Kurka war als Solistin u.a. zu Gast bei: Festival Mecklenburg-Vorpommern, Festival Muziek Biennnale Niederrhein, scene österreich in nrw, Tonhalle Düsseldorf, A.DEvantgarde-Festival München, Stadttheater Osnabrück, Ensemblia Mönchengladbach, Oberstdorfer Musiksommer, Greifswalder Bachwoche, Fränkischer Sommer, Neuburger Kammeroper, Bayreuther Barock.    

Naoko Kikuchi geboren in Sendai, Japan, erlernte in ihrer frühen Kindheit von ihrer Mutter und Großmutter das kotospielen. Sie nahm Unterricht bei Tadao Sawai und Kazue Sawai ,die in Japan als Pioniere der zeitgenössischen Kotomusik gelten und zu den weltbekannten kotomeistern zählen. Während ihrer Studienzeti an der Sophia Universität (Tokio) nahm sie als Mitglied des Sawai Kazue Koto Ensemble an der Welttournee teil.
Anschliessend hat Naoko an der Schule für traditionelle Japanische Instrumente des NHK(Japanische Sendung Verband) Abschluss gemacht. Sie wurde als "Fellowship student under the Japanese Governmment for Artists" ausgewählt und gewann bei mehreren Wettbewerben Preises. 2006 Führte sie eine Tournee durch Rumänien, Bulgarien, Serbien und Montenegro und sie Nahm am "4th Asian Performing Arts Festival, Taipei 06" Teil. 2007 erhielt Naoko eine Jahr-lange Stipendium als Japanische
Staatsausgaben von dem Amt für Kulturelle Angelegenheiten und ist im Zuge dessen nach Frankfurt gekommen, um an der IEMA (International Ensemble Modern Akademie) zeitgenössische Ensemblemusik zu studieren. 2009 spielte sie bei Agiago Festival (Italien), "Refugium" crosssound-Festival in Alaska (U.S.A), japanische Woche in Jemen,(Sanaa, Jemen), und mehrerem Konzert. Naoko ist überall active für neue Projekt mit Komponisten und arbeitet mit Künstlern in anderen Feldern, Tanz, Drama und Kunst gewesen. Ihr Repertoire umfasst sowohl Klassische koto Musik, klassische Kammermusik, modern und Zeitgenössische, Improvisation und und so weiter. Sie ist Stimmenpräsidentin der Seigen koto-Schule in Akita, Japan.                                  

Yumi Kimachi erhielt bereits im Alter von fünf Jahren Klavierunterricht. Sie studierte bei Hiroko Nakano Klavier an der Toho-Gakuen Hochschule für Musik, wo sie ihr Diplom- und Aufbaustudium als Instrumentalistin mit Auszeichnung vollendete. Wertvolle musikalische Anregungen erhielt sie von Lehrern und Musikern wie Edith Picht-Axenfeld, Mikhail Voskresenski und Gyorgy Sandor.
Nach dem Klavierstudium in Japan kam sie nach Deutschland, wo sie bei Prof. Dr. h.c. Arbo Valdma an der Hochschule für Musik in Köln studierte und mit Auszeichnung ihr Diplom bzw. ihr Konzertexamen im Fach Klavier erwarb. 2007/2008 war sie Stipendiatin der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt.
Yumi ist mehrfache Preisträgerin nationaler Wettbewerbe in Japan und gewann den Ersten Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb in Zagreb. 2006/2007 erhielt sie ein Stipendium vom japanischen Kultusministerium. Sie trat bislang sowohl in Japan und Deutschland, als auch in den Niederlanden, Rumänien, Frankreich, Estland, China, Schweden, Norwegen, Österreich, Italien, und Kroatien solistisch und kammermusikalisch auf und musizierte als Solistin mit Orchestern in Japan, Kroatien und Estland. Yumi wird oft von namhaften Ensembles wie Ensemble Resonanz und Ensemble Modern als Gastmusikerin eingeladen.

Helmut Lemke´s Arbeit am Klang begann mit frühen Experimenten im Bereich der improvisierten und szenischen Musik. Im April 1982 gründete er mit anderen Musikern die Künstlergruppe Heinrich Mucken, die bis zu ihrer Auflösung ortsspezifische Multimediaereignisse im In- und Ausland aufführte (u.a. Folkwangtage Essen 1987; Documenta 8, Kassel 1987). Die Auseinandersetzung mit dem Ort klanglicher Präsentationen und die Arbeit an erweiterten Klangerzeugern führte verstärkt zur Überschreitung traditioneller Aufführungspraxis. Heute stehen neben Konzerten gleichberechtigt Klangperformances, Klanginstallationen und -objekte. Helmut Lemke arbeitete in Europa, in Vietnam, Japan, Korea, Thailand und Singapur. Seit 1995 hatte er Lehraufträge in Deutschland, Frankreich, Finnland, Thailand und England. Seit 1996 unterrichtet er an Kunstakademien in England, wo er 1997 den Studiengang für Phonic Art an der Hull School of Art & Design mitaufbaute. Anderen Lehrverpflichtungen folgte er in Deutschland, Thailand, Finnland und Frankreich und Singapur.
Von 2004 bis 2007 ging er einem vom englischen AHRC (Arts Humanities Research Council) geförderten Forschungsauftrag nach, in dem er die natürlichen Klänge weiter, offener Landschaften u.a. in Grönland, Island und dem Norden Finnlands unter künstlerischen Gesichtspunkten untersuchte. 1999 begann Helmut Lemke eine Arbeitsreihe mit Buchveröffentlichungen unter dem Titel über den hörwert. In Performances und Installationen fügte er nicht länger Klänge zu dem Ort, an dem er arbeitete hinzu, sondern untersuchte die Möglichkeiten, Klänge dieser Umgebung festzuhalten und das Gefundene mit einem Publikum zu teilen. Das Mittel der Wahl ist die Erstellung von Zeichnungen, da auf diesem Weg eine unmittelbare Reaktion des Zeichners auf die zu zeichnende Situation möglich ist. Die Zeichnungen zeigen sowohl die Umgebung in der ein Klang zu hören war, als auch Repräsentanten der Klänge selbst.
Seit 2010 entwickelt er einen Masters Studiengang für Sound Art an der University of Salford.

Alvin Lucier absolvierte seine Schulausbildung in Nashua und Portsmouth. Anschließend studierte er in Yale und Brandeis Komposition und nahm an den Sommerfestivals in Tanglewood teil. Nach seinem Abschluss verbrachte er 1960-62 zwei Jahre als Fulbright-Stipendiat in Rom, wo er die aktuellen Entwicklungen in der Neuen Musik kennenlernte. In Venedig studierte er am Conservatorio Benedetto Marcello und besuchte Konzerte von John Cage und David Tudor, in Mailand machte er in Luciano Berios elektronischem Studio di Fonologia Musicale kurze Versuche mit Tonbandkompositionen. 1961 nahm er als Zuhörer an den Darmstädter Ferienkursen teil, wo er neben anderem die Musik von Karlheinz Stockhausen und La Monte Young kennenlernte.
Zurück in den USA leitete er in Brandeis von 1963 bis 1970 den Kammerchor der Universität. Dabei legte er ein Schwergewicht auf die Neue Musik. Durch die Konzerttätigkeit des Chors lernte er mit Robert Ashley und Gordon Mumma Komponisten aus dem Umfeld des ONCE Festival of New Music in Ann Arbor sowie Künstler aus dem Umkreis um John Cage kennen. 1965 experimentierte Lucier auf Anregung des Physikers Edmond Dewan mit tieffrequenten Gehirnwellen als musikalischem Material und schrieb dafür das Stück Music for Solo Performer. John Cage, der von Lucier zu einem Konzert im Rose Arts Museum der Universität eingeladen worden war, forderte ihn auf, selbst ein Werk beizusteuern und assistierte bei der Uraufführung des Stückes. Lucier selbst betrachtet Music for Solo Performer als den Beginn seiner Arbeit als eigenständiger Komponist. 1966 gründete er mit Ashley, Mumma und David Behrman die Sonic Arts Union, ein Komponistenkollektiv, das bis 1976 gemeinsam tourte und Konzerte v.a. im Bereich der Live-Elektronik gab. Seit 1970 lehrt er an der Wesleyan University als Professor für Musik.[1]
Neben Aktivitäten in den USA gibt Lucier Konzerte, Lesungen und Performances in aller Welt. So etwa 1988 in Japan, 1990-1991 beim DAAD Künstler Programm in Berlin, 1992 in Indien und Finnland.
Im Oktober 1994 ehrte die Wesleyan University Lucier mit einem fünftägigen Festival: Alvin Lucier: Collaborations. Im April 1997 präsentierte Lucier Arbeiten aus seiner Reihe Making Music in der Carnegie Hall und im Oktober des gleichen Jahres seine Klanginstallation Empty Vessels bei den Donaueschinger Musiktagen. 1999 wurde Luciers Stück Diamonds for Three Orchestras beim Prager Frühlingsfestival aufgeführt.
2006 wurde er mit dem SEAMUS Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.
2012 trat er gemeinsam mit Ashley, Mumma und Behrmann noch einmal als Sonic Arts (Re) Union beim MaerzMusik-Festival in Berlin auf.[2]

Dirk Marwedel arbeitet seit 1985 im Bereich der Improvisierten Musik und angrenzender musikalischer Konzepte. Solistisch sowie in einer Vielzahl von Gruppen hat er Tonbildungstechniken und instrumentale Präparationen entwickelt, mit denen er das bisherige Vokabular des Saxophons und die Grenzen gängiger Begriffe von Musik überschreitet. Mit der Arbeit auf Schiefertafeln (TonSchiefer) und Skulpturenbespielungen untersucht und entfaltet der auch als Steinbildhauer ausgebildete Dirk Marwedel die Wechselwirkung von Material und Klang.
Darüberhinaus initiiert er mit  Mitteln der Klanginstallation, Performance, bildnerischen Installation und Dokumentation Wahrnehmungsräume, die das alltägliche Unbewusstsein irritieren und aus den vertrauten Bahnen und Bewertungen heraus in den gegenwärtigen Moment katapultieren.
Dirk Marwedel ist bei Konzerten in Europa und Kanada u. a. mit Burkhard Beins, Carl Ludwig Hübsch, Fine Kwiatkowski, Georg Wolf, Paul Hubweber, Markus Eichenberger, Ulrich Phillipp, Erhard Hirt, Charlotte Hug, Philip Zoubek, Tiziana Bertoncini und Olivier Toulemonde aufgetreten. Er lebt in Wiesbaden, ist dort Mitbegründer und -veranstalter des HumaNoise congress - Tage Improvisierter Musik. Seine musikalische Arbeit ist auf bisher neun Tonträgern erschienen.

Maiko Matsuoka (*1982 in Tokio) begann im Alter von vier Jahren mit ihrer Musikausbildung. Sie studierte bei Toshiya Eto, Angela Eto und Kenji Kobayashi und erlangte 2004 ihren Abschluss an der Toho Gakuen School of Music. Sie besuchte außerdem Meisterkurse bei Salvatore Accardo im Rahmen der Sommerkurse der Accademia Chigiana in Siena, bei Vena Stankovic während des Festivals MusicAlp in Courchevel und bei Michael Gielen im Kunstzentrum Tokyo Wonder Site.
Während ihres Studiums in Japan gewann Maiko Matsuoka den ersten Preis des 3. Eto Toshiya Violinwettbewerbs in Tokio und gab 1998 ihr Konzertdebüt mit dem Kanagawa Philharmonic Orchestra. 2005 gewann sie zudem den ersten Preis des 10. JILA Musikwettbewerbs.
Maiko Matsuoka hat zahlreiche Werke junger japanischer Komponistinnen und Komponisten uraufgeführt. Sie nahm 2005 am Meisterkurs der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Japan und 2006 an den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt teil.

Thomas Meixner, Studium bei Prof. Christoph Caskel an der staatlichen Hochschule für Musik in Köln und seitdem im Bereich zeitgenössische und experimentelle Musik freischaffend tätig. Seit 1989 ist er Mitglied des Schlagquartett Köln und des Thürmchen-Ensembles für Neue Musik und Musiktheater, des Ensemble Contrasts, von 1993-97 bei Bronsky Ritual und bis Ende 1999 auch Schlagzeuger des Ensemble Köln. Als Gründungsmitglied tritt er seit 1989 regelmäßig mit der Musikfabrik NRW auf. Kontinuierliche Mitwirkung an Projekten weiterer renommierter europäischer Spezialensembles für
Neue Musik und Rundfunkorchestern, dabei teils enge Zusammenarbeit mit bedeutenden Komponisten und Dirigenten. Über 350 Ur- und Erstaufführungen von Ensemble- und Solowerken, ca. 70 Veröffentlichungen unter seiner Mitwirkung. 2000-2007 Lehrauftrag für Schlagzeug und Kammermusik
an der staatlichen Hochschule für Musik in Köln. Thomas Meixner lebt seit 1986 in Köln und widmet sich, neben seinen vielfältigen Tätigkeiten im Bereich Neue Musik, dem Bau außergewöhnlicher Klangerzeuger - so arbeitet er in der Saison 2012/13 im Auftrag des Ensemble Musikfabrik und der Ruhrtriennale an der Rekonstruktion und dem Nachbau aller Saiten- und Schlaginstrumente von Harry Partch.

Christina Cordelia Messner wohnt und arbeitet in Köln.  Sie absolvierte ihr Musikstudium von 1991-1996 in Würzburg mit Hauptfach Violine    bei Prof. Max Speermann (Bartholdy-Quartett) und Komposition bei Prof. C. Wünsch. Von 1989-1992 erhielt sie zusätzlich Improvisationsunterricht bei Harald Kimmig (Violine) in Freiburg. Seither erfolgt eine rege Teilnahme an zahlreichen Projekten, Kursen und Konzerten im Bereich Neue Musik, Performance und Improvisation: z.B. im improvisierenden Fòrkestra Freiburg mit Steve Lacy und John Tchicai; oder mit Peter Fulda, Martin Schütz, Irene Kurka, Dominik Susteck.
2006 erfolgte eine Zusammenarbeit mit dem New Yorker Künstler Noritoshi Hirakawa für seine Performance "vier zwei eins".  Seit 1994 werden die Kompositionen von Christina C. Messner aufgeführt u.a. in der Tonhalle Düsseldorf, St. Peter Köln, im Konzerthaus Berlin, in der Reihe ON, Schlüsselwerke für Neue Musik Köln,  bei der Muziek Biennnale Niederrhein, im Rahmen des Rhein-Erftzyklus, bei weiteren Festivals und Wettbewerben. Ihre Werke wurden präsentiert und vorgestellt im Deutschlandfunk (Atelier Neue Musik) und WDR 3. Christina C. Messner wird gefördert vom Landesmusikrat NRW, der Kunststiftung NRW und der GedoK Köln. Sie beschäftigt sich intensiv mit spartenübergreifenden Projekten und erhält Aufträge für Multi-Mediale Gesamtkunstwerke, Solostücke, Kammermusik, Ensemble- und Orchesterwerke.

Olivier Messiaen (*10.12. 1908, Avignon; † 27.4.1992, Paris) gilt als Wegbereiter der seriellen Musik und ist einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er stammte aus gebildeter Familie, der Vater war Englischprofessor und Spezialist für William Shakespeare, die Mutter Dichterin, die dem Sohn ihre musische Begabung mitgab (alle Vokalkompositionen Messiaens beruhen auf eigenen Texten). Er erwies sich als hoch begabt, begann als Elfjähriger seine musikalische Ausbildung am Konservatorium von Paris und gewann im Laufe eines umfassenden Studiums so ziemlich jeden Preis des Instituts, darunter erste Preise in den Fächern Kontrapunkt und Fuge, Klavierbegleitung, Orgel und Improvisation, Schlaginstrumente, Musikgeschichte und Komposition.
Zu den wichtigsten Lehrern zählte Paul Dukas und Messiaen selbst fand zunächst in der Kirche La Trinité in Paris eine Arbeit, die seinem Bedürfnis nach Musik und Spiritualität in gleicher Weise entgegen kam. Da wundert weder seine Affinität zu Tasteninstrumenten, noch sein Engagement in musikalischen Gruppen wie "Jeune France", die von Mitte der 1930 Jahre an Musik im Unterschied zum distanzierten Ästhetizismus aus deren Bekenntnischarakter heraus definierte. Messiaens Kunst hatte Kraft und seine Person eine faszinierende Ausstrahlung, eine Kombination, die ihm von 1941 an als Lehrer am Pariser Konservatorium zu einer Art natürlicher Autorität verhalf, die manchem Jungspund von Stockhausen über Boulez bis Xenakis den Weg wies.
Olivier Messiaens musikalisches System beruht auf seinen Erfahrungen aus dem Studium der Zahlenmystik, griechischer und indischer Rhythmik, der Vogelsangs und der intensiven Beschäftigung mit den Werken von Claude Debussy, Igor Stravinsky, Modest Mussorgsky, Alban Berg und der Gregorianik. Er forschte über nicht umkehrbare Rhythmen, die in Umkehrung und Normalgestalt gleich sind, über "Modes", die der Zwölftonmusik ähnlich den Tonraum in Klangverhältnisse teilen, über Tonleitern aus gleich gebauten Gruppen, aber auch über die Übertragung natürlicher Modelle wie der Vogelstimmen auf Musik. Messiaen schrieb Hunderte Kompositionen, vor allem Orchesterwerke, Kammermusik, Klavierwerke, Orgelwerke und Vokalmusik. Zu den bekanntesten Stücken gehören die "Tristan-Trilogie", bestehend aus "Harawi, chant d'amour et des morts" (1945), "Cinq rechants" (1948) und der "Turangalîla-Symphonie" (1949, als Ballett 1968), der "Catalogue d'oiseaux für Klavier" (1959),  das "Livre d'orgue" (1953), aber auch die Oper "Saint François d'Assise" (1983).

Yumiko Morita was born in Tokyo, Japan where she received early education as a pianist.  She earned a Bachelor of Music Composition and Graduate Diploma at the prestigious Toho Gakuen School of Music, Tokyo.  She moved to the U.S. in 1995, earned a Master of Music Degree with honor in composition at New England Conservatory, Boston, and a Ph.D. in Music Composition at the University of California, San Diego.  Her former teachers include: Nobuyoshi Iinuma, Malcolm Peyton, John Heiss, Chinary Ung, Roger Reynolds, Chaya Czernowin, and Rand Steiger.  She has composed, performed, and taught at the Boston Symphony’s Project STEP, the Peabody Community School, the American Composers Forum, Los Angeles, and the University of California, San Diego. She is currently teaching at Chapman University Conservatory of Music in Orange, California.
Yumiko Morita has won many international awards including the Round Top Festival (Texas), The Sonus Imaginorem Composition Contest (San Francisco), Piano Duo Competition (Japan), a finalist in the ALEA III International Competition (Boston), PatsyLu Prize of the International Alliance for Woman in Music (New York), CAP Award from New Music USA, and Tom Nee Commission from the La Jolla Symphony (San Diego).  Her works are widely performed in the U.S., Europe, and Asia.

Boris Müller absolvierte in den Jahren 1985-91 sein Schlagzeugstudium an der Musikhochschule Trossingen bei Hermann Geschwendtner und Franz Lang. Schon während seines Studiums begann die künstlerische Zusammenarbeit
mit den verschiedenen Formationen von Musik der Jahrhunderte Stuttgart, die bis in die Gegenwart fortgeführt wurde. Seit 1990 ist er als freischaffender Künstler vorrangig im Bereich zeitgenössischer Musik tätig. Ständige Zusammenarbeit mit führenden Ensembles der Neuen Musik (Ensemble Modern Frankfurt, Klangforum Wien, Klangforum Heidelberg, Varianti Stuttgart....) 2001 wurde er Mitglied des Schlagquartett Köln. Im selben Jahr entwickelte er die Holzschlaginstrumente für Helmut Lachenmanns Oper "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern". Boris Müller ist seither auch als Instrumentenbauer aktiv und blickt schon heute auf zahlreiche Neuerungen im Schlaginstrumentenbau zurück.

Thomas Rath - Klangregie: Geboren 1956 in Bonn. Frühe Begegnung mit Musik und Theater. Studium Kunst, Musik, Philosophie in Luxemburg, Bielefeld und Hannover, ua. bei Egon Neubauer und Diether de la Motte. Tätigkeit an verschiedenen Bühnen. Ab 1989 als Kirchenmusiker und freischaffender Künstler in Trier und Luxemburg. Ausstellungen, Konzerte, experimentelle Projekte. Mitbegründer des Ensembles TONWERKE TRIER. Lehrauftrag FH Trier. Musikdramaturg am Trierer Stadttheater. Kulturjournalist. Seit 2011 zusammen mit Bernd Bleffert Künstlerischer Leiter des Trierer OPENING Festivals für internationale Klangkunst.

Dirk Rothbrust, 1968 im Saarland geboren, studierte in Saarbrücken und Karlsruhe bei Franz Lang und Isao Nakamura. Er ist seit 1995 Mitglied des Schlagquartett Köln
von 2001 bis 2008 des Kammerensemble Neue Musik Berlin und seit 2005 Mitglied der Musikfabrik. Mit diesen Ensembles Konzerte auf nahezu allen wichtigen Festivals für zeitgenössische Musik Europas und Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Komponisten unserer Zeit. Konzerte mit Maurizio Pollini und Beat Furrer in Tokio, Wien, Bologna, Rom und London sowie auf Einladung des Goethe-Instituts Meisterkurse und Konzerte in Taschkent/Usbekistan und Bratislava. Rothbrust hat eigene Musik zu Ballett, Schau- und Hörspiel geschrieben. 2007 Dozent bei der Impuls Ensemble-Akademie in Graz und bei dem Europäischen Ensemble-Workshop des Deutschen Musikrats in Bonn Als Konzert-Solist Gastspiele u.a. bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik, den Donaueschinger Tagen für neue Musik, dem Schumannfest Düsseldorf und mit verschiedenen deutschen Rundfunkorchestern.
Solokonzerte am Konzerthaus Berlin, der Carnegie Hall New York und der Akademie der Künste Berlin sowie auf Einladung des Goethe-Instituts Masterclasses und Konzerte in Kairo, Alexandria, Ramallah, Beirut, Amman, Khartoum und Damaskus.
2010 Solist bei Ensemble Resonanz mit Beat Furrers "Xenos III" in Wien, Venedig, Dresden, Amsterdam, Hamburg und München. Gastspiel bei den Donaueschinger Musiktagen mit Wertmüller und Brötzmann.

Marianne Schuppe studierte Bildende Kunst und Musik, weitere Gesangsstudien in Südindien, Bern und Rom. Als Interpretin, Improvisatorin und Autorin arbeitet sie an den Übergängen von Musik und Sprache, aktuell an einem Soloprojekt mit eigenen Songs. Diverse Uraufführungen und intermediale Kooperationen, Soloveröffentlichungen mit der Musik G. Scelsis und M. Feldmans, mit improvisierter Musik und radiophonen Arbeiten. Als Lehrende für Gesang, Sprache und Improvisation im eigenen Raum, an einem Gymnasium und als Gastdozentin an verschiedenen Hochschulen entwickelt sie unterschiedlichste Projekte mit Stimmen.

Achim Seyler, geb.1968 in Kusel, kam erst über Umwege zum Schlagzeug.
Anfänglich Pianist in diversen Bands, studierte er von 1987-89 und 1991-95 bei Christoph Caskel an der Musikhochschule Köln und 1989/2000 bei Carlos Tarcha
an der Universidade de São Paulo/Brasilien Schlagzeug. Seinen Abschluß machte er in Köln mit der Künstlerischen Reifeprüfung. Nach einer kurzen Zeit im Orchester, widmet er sich heutefast ausschließlich der zeitgenössischen Musik, wobei er auf zahlreiche Ur- und Erstaufführungen zurückblickt. Er ist seit 1992 Mitglied des Schlagquartett Köln.Daneben tritt er sowohl solistisch, als auch regelmäßig mit
der Musikfabrik NRW, dem Ensemble Köln(bis 1998), dem Thürmchen Ensemble, der Rheinischen Philharmonie und dem Kammerensemble Neue Musik Berlin auf.

Kunsu Shim ist in Busan, Südkorea geboren. Dort studierte er Komposition und kam 1985 nach Deutschland, um bei Helmut Lachenmann und später bei N.A. Huber zu studieren. Seit 2000 lebt er in Duisburg, nun als deutscher Staatsbürger. Bereits mit 18 Jahren bekam er den ersten Kompositionspreis beim Jugendmusikwettbewerb Busan. Weiterhin erhielt er zahlreiche Auszeichnungen u. a. von der Donga und Chungang Zeitung, vom Forum junger Komponisten WDR, vom Künstlerhof Schreyahn, von der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg, der Djerassi Foundation und der Japan Foundation. Die meisten Arbeiten Kunsu Shims bestehen aus Klängen, die leise gespielt werden und im gleichmäßigen zeitlichen Abstand verlaufen. Sie folgen ohne Kausalität aufeinander und können im Prinzip in beliebiger Reihenfolge gespielt werden. Hierbei geht es jedoch nicht um eine zufällige und unerwartete Konstellation von Klängen, sondern darum, dass jeder Klang ungebunden an andere gehört werden kann. D. h. im Prinzip hat für ihn jeder Klang eine vollkommene Gestalt, die man als Musik genießen kann.

Gerhard Stäbler: 1949 im süddeutschen Wilhelmsdorf bei Ravensburg geboren, studierte Komposition (bei Nicolaus A. Huber) und Orgel (bei Gerd Zacher) in Detmold und Essen und lebt als freischaffender Komponist seither im Ruhrgebiet. Mitte 2011 verlegte er seine Wirkungsstätte nach Düsseldorf. Stäblers Musik verlässt vielfach den Rahmen des Üblichen, indem er Elemente in seine Kompositionen einbezieht, die die gewohnte Aufführungssituation (und damit die herkömmliche Publikumserwartung) durchbrechen, sei es durch Gesten oder Bewegungen im Raum, sei es mittels Licht- und Duftgestaltung oder aktives Einbeziehen des Publikums: Immer kommt es ihm darauf an, die Phantasie anzuregen, Ohren und andere Sinne für neue, unerwartete Wahrnehmungs- und Denkmuster zu sensibilisieren.

Reto Staub • geboren 1979 in Herisau CH, studierte bei Tomasz Herbut an der Hochschule der Künste Bern und erhielt Unterricht von Ueli Wiget vom Ensemble Modern, Frankfurt. Klarinetteunterricht bei Kurt Weber und Jazz-Ausbildung bei William Evans. Weitere künstlerische Anregungen bekam er von Verena Bosshart, Pierre Sublet, Pierre-Laurent Aimard, Thomas Larcher, Peter Donohoe und Andreas Staier. Er besuchte Kammermusikkurse in Holland bei Reinbert de Leeuw, Etienne Siebens, Mauricio Kagel und machte eine Theatermusik-Ausbildung bei Georges Aperghis und Fraçoise Rivalland. 2006/2007 war er Stipendiat der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt. Reto ist Mitglied von Ensemble Nikel (zeitgenössische Musik), und der Band Humour‘s Humidity (frei improvisierte Musik). Er wirkte bei mehreren Projekten und Uraufführungen in verschiedenen Ländern Europas, in Kuwait und Israel mit, u.a. mit Ensemble Linea aus Strasbourg, Ensemble Modern und Ensemble Nikel. Er war beteiligt an Konzerten, die im Rahmen von Festivals wie Wien Modern, Klangspuren Schwaz, Champs Libre Strasbourg und Ultraschall Berlin stattfanden. Gelegentlich tritt Reto Staub als Liedbegleiter und auch als Tanzbegleiter, u.a. bei der Kompanie "hermesdance" auf. Er unterrichtet an der Musikschule Baden.

Jan-Filip ?upa • geboren 1980 in Recklinghausen DE in einer tschechischen Musikerfamilie, spielt seit seinem fünften Lebensjahr Cello. Er studierte bei Claus Reichardt an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf und bei Raphael Wallfisch an der Guildhall School of Music & Drama in London. Zu seinen Lehrern gehören auch Janos Starker, Bernard Greenhouse, Gary Hoffman und Christophe Coin. Seit einigen Jahren wächst Jan-Filips Leidenschaft für neue Musik stetig. In der Saison 2006/2007 war er Stipendiat der Kunststiftung NRW in der Internationalen Ensemble Modern Akademie. Seitdem spielt er regelmäßig als Gastmusiker mit Ensemble Modern und musikFabrik, unter anderem in Produktionen für den hessischen Rundfunk und den WDR. Der tschechische Rundfunk sendete in der European Broadcasting Union die live-Übertragungen der tschechischen Erstaufführung von Henri Dutilleuxs Cellokonzert "Tout un monde lointain...".
Neben seiner Leidenschaft für die Moderne widmet sich Jan-Filip selbstverständlich auch älterer Musik. Im Januar trat er z.B. als Solist in Schumanns Cellokonzert mit der Nordböhmischen Philharmonie Teplice auf; eine CD mit Sonaten von Fauré, Martin? und Britten erschien bei Finish, Pardubice.

Ute Völker - Akkordeon: Studium Akkordeon und Tonsatz an der Musikhochschule Köln, Musikwissenschaft, Germanistik, Phonetik in Köln, Wien und Paris. Als Akkordeonistin auf freie improvisierte Musik spezialisiert. Regelmäßige Konzerte weltweit. Mitbegründerin des ensemble PARTITA RADICALE. Mit diesem Entwicklung eigener Improvisationszyklen, Stummfilmvertonungen, Theaterprojekte, Zusammenarbeit mit Komponisten. Interdisziplinäre Projekte mit Bildenden Künstlern, Videofilmern Schauspielern, Literaten, Performern. Mitglied des Wuppertaler Improvisations Orchesters WIO. Zahlreiche CD Einspielungen. Lehrt an der Musikschule Bochum.

Michael Vorfeld ist Musiker und bildender Künstler, spielt Perkussion und selbst entworfene Saiteninstrumente und realisiert elektro-akustische Klangarbeiten. Er ist aktiv in den Bereichen experimentelle Musik, improvisierte Musik und Klangkunst. Michael Vorfeld entwickelt ortsbezogene Installationen und Performances mit Licht und arbeitet mit Fotografie und Film. Die Themen Licht und Klang verbindet er u. a. in der musikalisch-konzertanten Nutzung eines Sets aus Glühlampen. Er ist Mitglied verschiedener Formationen und kooperiert mit Künstlern aus unterschiedlichen Bereichen. Die Vielzahl seiner Aktivitäten umfasst umfangreiche Konzert-, Performance- und Ausstellungstätigkeiten in Europa, den USA, Asien und Australien sowie zahlreiche Tonträgerproduktionen.

Joji Yuasa wurde am 12. August 1929 in Koriyama, Japan, geboren und erlernte das Komponieren autodidaktisch. Sein erstes Interesse für Musik entwickelte sich während seiner medizinischen Studien an der Keio Universität. Im Jahre 1952 widmete er sich vollständig der Musik und schloss sich einer jungen Künstlergruppe, dem experimentellen Workshop in Tokio an. Seitdem zeichnet Yuasa in seinem Schaffen als Komponist eine große Bandbreite aus. Er komponierte Orchesterwerke, Chorwerke, Kammermusik, Musiktheater und multimediale Elektronik- und Computermusik. Yuasa hat in seinem Heimatland wie auch in anderen Ländern zahlreiche Stipendien erhalten. Als Gastkomponist, Lektor und Juror war Yuasa bei zahlreichen Festivals zu Gast, darunter dem Festival der Kunst in diesem Jahrhundert in Hawaii (1970), New Music Series in Toronto (1980), dem Bund asiatischer Komponisten in Hong Kong (1981), bei einer Konzerttour für zeitgenössische Musik des Verbands des britischen Kunstrates (1981), beim Pacific Music Festival (1984), Komponistenworkshops in Amsterdam (1984 und 1987), den Internationalen Ferienkursen fu?r Neue Musik in Darmstadt (1988), den Lerchenborg Musiktagen (1986, 1988) und dam Pacific Musikfestival in Sapporo (1990), COMPOSIUM 2002 in Tokio, dem Festival für Zeitgenössische Musik in Rumänien (2009), der Internationalen Ensemble Modern Akademie (2009), der Stanford University (2009) und vielen anderen. Im Jahr 2005 wurde sein Requiem of Reconcilation, ein Auftragswerk der internationalen Bachakademie Stuttgart, im Gedenken an das Ende des zweiten Weltkrieges uraufgeführt. Seine Musik wurde auf der ganzen Welt aufgeführt, bei den Musiktagen der International Society for Contemporary Music (ISCM) Weltmusiktagen, dem Warschauer Frühling, Horizon, ULTIMA Festival für zeitgenössische Musik in Oslo, bei der Biennale in Venedig und vielen anderen.Von 1981 bis zum Jahre 1994 war Yuasa an der University of California San Diego (UCSD) im Bereich der Musikforschung und Bildung beschäftigt. Heute ist er als emeritierter Professor an der UCSD und an der Nihon University tätig. Zusätzlich ist er Ehrenmitglied des ISCM.

Yukiko Watanabe wurde in Nagano, Japan geboren. Zunächst studierte sie Komposition, Klavier und Kammermusik bei Keiko Harada und Michio Mamiya an der Toho Gakuen School of Music in Tokio. 2008-2012 studierte sie Komposition an der Kunst- Universität Graz bei Beat Furrer. Sie erhielt mehrere Preise und Stipendien u.a. das Rohm-Music-Foundation-Stipendium (2009-2011), das Nomura-Cultural-Foundation-Stipendium, sie war Gewinnerin des Ö1 Talentebörse-Kompositionspreises 2011 und im selben Jahr Artist in Residence der Tokyo-Wonder-Site. Ihr Werkverzeichnis umfasst mehrere unterschiedlich besetzte Werke für kleinere und größere Ensembles, sowie Vokalwerke, darunter die Noh-Oper "ASAGAO" und die Kammeroper "Die weiche Mondin". Yukiko Watanabe integriert auch andere Kunstrichtungen, wie neue und traditionelle japanische Kunst, Video und Animation. Ihre Werke wurden bereits in Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland und Japan aufgeführt. 2014 wird ihre zweite Oper "Weiche Möndin" im Rahmen eines Kunst-Uni-Projekts, unter Leitung von Beat Furrer, in Graz uraufgeführt.







Presse:

Ein Kommentar von Martin Möller
Faszinierende Annäherungen (pdf) >>














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